Diese Seite ausdrucken zum InhaltLogo: Pestizid-Reduktion - Pestizide passen nicht ins Leben

Pestizide in Oberflächenwasser

Schätzungsweise 30 Tonnen Pestizide werden pro Jahr in deutsche Oberflächengewässer eingetragen. Pestizide können auf verschiedenen Wegen in Flüsse, Seen oder Meere gelangen: Der Eintrag aus der Landwirtschaft erfolgt über den Oberflächenabfluss, über die Luft beim Spritzen (Abdrift) oder über Drainagen. Mit rund 42 Prozent nimmt der Eintrag über Hofabläufe einen besonders großen Anteil ein. Dies geschieht, wenn nach der Reinigung der Spritzgeräte das Waschwasser nicht sachgerecht entsorgt wird.

Es hat sich gezeigt, dass aquatische Lebensgemeinschaften (z.B. Algen, Krebse, Fische) sehr empfindlich auf Pestizidbelastungen reagieren. Zudem muss Oberflächenwasser vor Pestiziden geschützt werden, weil rund 30% unseres Trinkwassers aus Oberflächengewässern (z.B. Talsperren) gewonnen wird.

Grenzwerte und Zielvorgaben

Von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) wurden für einige gewässerrelevante Pestizide (insgesamt für 38 Pestizide) Zielvorgaben aufgestellt.

Für das Schutzgut Trinkwasser (T) wird der Trinkwassergrenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter (µg/l) herangezogen. Beim Schutzgut der aquatischen Lebensgemeinschaften (A) wird je nach Pestizid auf der Grundlage von Tests zur Ermittlung der Giftigkeit jene Konzentration kalkuliert, bei der keine nachteiligen Auswirkungen zu erwarten sind. Oft liegen diese Zielvorgaben weit unter dem Trinkwassergrenzwert oder sogar unter der analytischen Bestimmungsgrenze (siehe Tabelle). Dies ist ein Zeichen dafür, wie empfindlich Gewässer-Ökosysteme auf Pestizide reagieren können.

Überschreitungen der LAWA-Zielvorgaben im Zeitraum von 2000 bis 2002 in Prozent

(Anzahl der Pestizide mit Zielvorgaben: 38)

Überschreitungen der LAWA-Zielvorgaben bei Pestiziden im Zeitraum von 2000 bis 2002

In den Jahren 2000 bis 2002 lagen nur bei neun Pestiziden die Messwerte an den untersuchten LAWA-Messstellen unterhalb ihrer Zielvorgaben. Fünf Pestizide überschritten sie an mehr als 25 Prozent der Messstellen. Dies waren Dichlorvos (A), Diuron (A), Fenitrothion (A), Isoproturon (T) und Tributylzinn-Kation (A). 16 der 38 Wirkstoffe wurden vereinzelt nachgewiesen, weitere acht Stoffe waren an 10 bis 25 Prozent der Messstellen nachzuweisen. Dabei traten die Belastungen "auch bei sachgerechter Anwendung im Rahmen der guten fachlichen Praxis auf" (Mohaupt, F., Umwelt, 11/2004, S. 672).

Grafik der Überschreitungen Quelle: Umweltbundesamt (externes Angebot) (Letzte Aktualisierung: 02.08.2004)

Details

Überschreitung der Zielvorgaben (ZV) für Pestizide im Zeitraum 2000 - 2002